COVID-19 und der Geruchssinn

Was kann ich tun, wenn ich meinen Geruchssinn verliere?

Geruchsverlust ist ein häufiges Symptom einer COVID-19 Infektion. Im Projekt Stop. Smell. Be well. in den USA werden die Menschen aufgerufen, regelmäßig an Karten mit Geruchsstoffen zu riechen. Kleine, regelmäßige Geruchtests können wir in unsere Alltagsroutine einbauen: Riechen wir bewusst am Morgenkaffee, prüfen wir, ob der Müllsack stinkt, genießen wir den zarten Duft der Seife und freuen wir uns, wenn wir in den Gewürzschrank greifen.

Diese Geruchsmomente sind eine COVID-19 Vorsichtsmaßnahme, aber auch ein sensorisches Training. Schnuppern wir so oft wie möglich und schulen wir unsere Sinne für die nächsten Verkostungen, Kaffeehaus- und Restaurantbesuche. Ein Geruchstraining ist auch die offizielle Empfehlung, um dem Riechen wieder auf die Beine zu helfen – eine Physiotherapie für die Nase. Wie bei den Übungen für die Bandscheiben kommt es auf das Durchhaltevermögen an.

Anleitung für ein Geruchstraining:

  • Suchen Sie sich 4-5 Gerüche, die Sie kennen und mögen (Marillenmarmelade, Zitronenschale, Zimtstangen, Shampoo, Parfum, Kerzenrauch, Lavendelöl …). Sie können Gewürze, ätherische Öle, Kosmetikproukte etc. verwenden, die Sie zuhause haben. Es ist nicht nötig ein Trainingsset zu kaufen (diese enthalten ätherische Öle, wie Rosen- oder Eukalyptusöl).
  • Riechen Sie zweimal täglich an Ihren persönlichen Gerüchen – auch wenn Sie noch nichts wahrnehmen können. So werden die Nervenzellen stimuliert.
  • Achtung bei ätherischen Ölen! Mit etwas Abstand riechen oder die Öle auf einen Wattebausch geben.
  • Lenken Sie Ihre volle Aufmerksamkeit für ein paar Atemzüge auf den ersten Geruch. Wie haben Sie ihn in Erinnerung? Welche Gefühle und Situationen sind mit dem Geruch verbunden?
  • Machen Sie zwischen den Übungen ein paar Atemzüge und widmen Sie sich dann dem nächsten Geruch.
  • Wechseln Sie nach ein paar Wochen Ihr Geruchsset aus, wenn es Ihnen zu langweilig wird.

Es kann sein, dass Gerüche anfangs verzerrt wahrgenommen werden, wenn das Riechen zurückkommt. Die Nerven müssen erst wieder vollständig ausgebildet werden. Das ist ok – jede Wahrnehmung ist positiv und zeigt, dass sich was tut.

Geruchsverlust

Wir nehmen die Geruchs- und Geschmacksstoffe in unserer Umgebung mit verschiedenen Sinnen wahr:

  • Mit dem Geschmackssinn spüren wir nichtflüchtige Stoffe im Mund auf (z. Bsp. Zucker, Salz etc.)
  • Der Geruchssinn erkennt Stoffe, die in der Luft liegen, also flüchtig sind und bis zum oberen Ende der Nasenhöhle kommen
  • Der Begriff Chemästhesie ist für Viele wahrscheinlich neu – doch gespürt haben wir sie alle schon: dieser Sinn vermittelt zum Beispiel die Schärfe des Krens, das Prickeln der Kohlensäure oder das Kühlende eines Minzkaugummis.

Durch COVID-19 können alle drei Systeme beeinträchtigt werden, am häufigsten trifft es den Geruchssinn. Anders als bei einem “normalen” Schnupfen kommt es bei COVID-19 selten zu einer verstopften Nase. Der Geruchsverlust kommt also nicht dadurch zustande, dass die Luft nicht mehr so gut bis zur Nasenhöhle gelangt, sondern durch eine Störung der Signalübertragung. Das Virus greift dabei direkt die Zellen an, die sich bei den Geruchsnervenzellen befinden. Manche Menschen nehmen durch die Infektion Gerüche anders wahr, meist negativ – hier spricht man von einer Parosmie. Wenn der Geruchssinn völlig weg ist, handelt es sich um eine Anosmie; ist er stark reduziert um eine Hyposmie.

Auf der Seite AbScent finden Sie weitere Informationen zu Geruchsverlust und Anleitungen für Geruchstrainings (auf Englisch).

Quellen:

Barry Green G.: Surveying Chemosensory Dysfunction in COVID-19. Chemical Senses, 2020, 45,7, 509-511. https://doi.org/10.1093/chemse/bjaa048

Hayes J.E., Exten C.: Daily DIY sniff checks could catch many cases of COVID-19. https://theconversation.com/daily-diy-sniff-checks-could-catch-many-cases-of-covid-19-150717?utm_source=linkedin&utm_medium=linkedinbutton

Parma V. et al.: More Than Smell—COVID-19 Is Associated With Severe Impairment of Smell,Taste, and Chemesthesis. Chemical Senses, 2020, 45, 609-622.  https://doi.org/10.1093/chemse/bjaa041

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