Wie Ines Schmid die Sensorik bei Leeb Biomilch neu aufgestellt hat – ein Interview
Ines Schmid arbeitet im Marketing und Brand Management bei Leeb Biomilch. Sie hat sich an Sensorikum gewandt, weil sie wollte, dass das Verkosten in ihrem Unternehmen anders läuft – strukturierter, weniger subjektiv, mit einer gemeinsamen Sprache.
Im Interview erklärt sie, was sich seither verändert hat, warum sich die Schulung finanziell schon nach zwei Monaten ausgezahlt hat und was sie neuen Kolleg:innen empfiehlt.
Wir haben die Schulung bei Leeb vor Ort gemacht. Zwei Monate später habe ich (Elisabeth Buchinger) Ines Schmid gefragt, was sich seitdem verändert hat. Hier ist unser Gespräch.
Ines hat an der FH Wieselburg studiert, ihren Masterabschluss gemacht und parallel die DLG-Ausbildung zur Sensorik-Managerin. Mit diesem Hintergrund kam sie ins Unternehmen – und sah sehr schnell, dass die Sensorik bei Leeb anders gelebt wurde, als sie es fachlich für sinnvoll hielt.
Elisabeth: Ines, wie wurde bei Leeb vor unserer Schulung verkostet?
Ines: „Es war eigentlich nicht wirklich Sensorik in dem Sinne. Es war ein gemeinsames Kosten und sich subjektiv austauschen. Es war kein gemeinsames Vokabular da – also von ‚bobbalat‘ über ‚wobbelig‘. Jeder hat so seinen eigenen Begriff gehabt. Unterm Strich haben alle gewusst, was wir meinen, aber am Ende war es eine subjektive Entscheidung – meistens vom Ranghöchsten. Das war unbewusst, aber alle anderen sind leiser geworden.
Heute treffen wir strukturierte und nachvollziehbare Entscheidungen – auf Basis gemeinsamer Kriterien statt Hierarchie.“
Vom Wunsch nach einer Schulung bis zur Freigabe lag bei Leeb ein längerer Weg. Ines war im Marketing relativ neu, das erste Angebot von einem anderen Anbieter/einer anderen Anbieterin sprengte den Rahmen, das Projekt schlief ein. Sie hat nicht locker gelassen.
Elisabeth: Wie ist es dann konkret zur Schulung gekommen?
Ines: „Ich habe mich da mit Händen und Füßen eingesetzt, dass wir eine Schulung zusammenbekommen. Dann habe ich erst einmal den Auftrag gekriegt, Angebote einzuholen. Da waren wir aber weit über 10.000 Euro und hätten nach Wien fahren müssen mit dem gesamten Team. Dann ist es wieder eingeschlafen.“
Elisabeth: Wie hast du den Faden wieder aufgenommen?
Ines: „Ich habe halt dann einfach nicht lockergelassen und war auch selber auf Konferenzen, wo wir uns dann getroffen haben. Und dann habe ich mir einfach gedacht: Ich nehme es jetzt selber in die Hand, frage nochmal nach und komme mit einem konkreten Vorschlag zu meiner Vorgesetzten. Wie sie gemerkt hat, dass das mit dir unkompliziert für uns als Firma zu lösen ist, hat sie zugestimmt.“
Elisabeth: Warum dann Sensorikum und nicht jemand anders?
Ines: „Neben der Sympathie war für uns vor allem der unkomplizierte und schnelle Austausch entscheidend. Wir habenuns von Anfang an sehr gut betreut gefühlt. Es war in Summe alles stimmig.
Die Schulung fand bei Leeb vor Ort statt – mit einem abteilungsübergreifenden Team aus Produktentwicklung, Sales und Marketing. Was mich beeindruckt hat: die Offenheit, mit der die Gruppe in das Thema gegangen ist.
Elisabeth: Wie hat das Team die Schulung aufgenommen?
Ines: „Es war wirklich super. Einfach so schön unkompliziert für uns als Firma. Und wenn man dann weiß, man kann mit einer Person – dann stellt man die Fragen freier. Und dann kann man wirklich einen Gewinn rausziehen beim Lernen.“
Elisabeth: Du selbst hast ja schon viel Sensorik-Vorwissen mitgebracht. Was hat die Schulung dann noch für dich gebracht?
Ines: „Dass jemand mit Argumenten meine Begeisterung transportiert hat, die ich selber oft nicht in Worte gefasst kriege. Es ist öfter, dass jetzt während der Verkostung wer sagt: ‚Stopp. Leise. Lasst uns einmal alle kosten.‘ Das war vorher nicht so.“
Zwei Monate nach der Schulung war ich neugierig, was im Alltag übriggeblieben ist. Was Ines beschrieben hat, freut mich sehr.
Elisabeth: Wie verkostet ihr heute?
Ines: „Wir haben jetzt regelmäßig Verkostungen. Es werden Trennwände in der Mitte aufgestellt, es liegt ein QR-Code am Tisch, den scannt man mit dem Handy ab. Da sind die Fragen drin, die werden verkostend beantwortet, ein Wasser ist dabei – und dann geht man wieder. In dem Raum wird nicht geredet. Eine Person sitzt nur drinnen zum Kontrollieren, dass ja nicht gesprochen wird – oder für Rückfragen, falls mehr Muster benötigt werden.“
Elisabeth: Was macht das mit eurem Team?
Ines: „Man merkt die Anonymität. Und wieviel Kompetenz es auch bei den Personen gibt, die jetzt da mitentscheiden dürfen und die sich gehört fühlen. Die Dokumentation ist natürlich auch ganz anders – man kann viel besser nachvollziehen, warum ein Produkt freigegeben worden ist. Und das ist für mich als datenliebenden Menschen eine extreme Bereicherung.“
Elisabeth: Was hat sich zwischen den Abteilungen verändert?
Ines: „Das Verständnis zwischen Sales und Marketing und Produktentwicklung hat sich wesentlich gebessert. Die Kommunikation läuft professioneller ab, weil alle wissen, was gemeint ist. Ein Sales-Mitarbeiter kann viel konkreteres Feedback an den Produktentwickler geben, welche Schrauben er drehen muss, damit er zu dem Ergebnis kommt, was der Kunde haben will. Der Kunde hat ja die Schulung nicht gehabt, der kann das auch nicht in Worte fassen – aber wenn man selber ein gutes Vokabular hat, kann man konkreter nachfragen.“
Elisabeth: Hat sich die Schulung gelohnt? Sie ist jetzt ca zwei Monate her…
Ines: „Mehr als gelohnt. Wenn man jetzt einfach nur überlegt, was wir an Kosteneinsparungen haben durch fehlerhafte Entscheidungen, weil sie subjektiv waren. Oder das professionellere Auftreten gegenüber Kunden, wenn wir Produkte entwickeln. Auch der Zeitaufwand, der hinter mehreren Entwicklungsrunden steckt – aus unserer Sicht hat sich der Kurs sehr schnell gelohnt, vor allem durch bessere Entscheidungen und weniger Iterationen.
Für uns war entscheidend: Wir haben heute ein gemeinsames Verständnis von Qualität – und damit eine ganz andere Basis für Entscheidungen im Team.“
Elisabeth: Was sind eure nächsten Schritte?
Ines: „Bei uns hat eine neue Kollegin angefangen, und ich setze mich jetzt stark dafür ein, dass der Sensorikum Online-Kurs ‚Sinne & Richtiges Verkosten‘ bei uns zum Onboarding dazugehört. Ich würde mir gerne in einem Jahr oder zwei nochmal eine kleine Auffrischung wünschen, weil Mitarbeitende wechseln und man das Wissen frisch halten muss. „