Am 4. Juni war Elisabeth Buchinger live zu Gast im Studio 2 im ORF. Thema: Wahrnehmung von Schärfe.
Viele denken: Schärfe ist ein Geschmack wie süß oder salzig.
Das stimmt jedoch nicht. Schärfe ist ein Schmerzreiz, so wie heiße Temperaturen. Beides wird über den Drillingsnerv (Nervus trigeminus) wahrgenommen.
Chili enthält den Stoff Capsaicin, der sogenannte TRPV1-Rezeptoren im Mund aktiviert. Diese sind auch für Hitze oder Verletzungen zuständig. Capsaicin gaukelt ihnen vor, dass es heiß ist – und das Gehirn reagiert: „Au, das brennt!“
Ganz anders der Kren (oder Wasabi):
Hier sorgen Senföle für eine stechende, nasale Schärfe. Die Wirkung ist kurz, aber intensiv. Und sie steigt direkt in den Kopf.
Beide Wahrnehmung werden über den Drillingsnerv ans Gehirn weitergeleitet – Chilischärfe aus der Mundhöhle und Krenschärfe aus der Nasenhöhle.
Spannend: Unser Körper kann sich an Schärfe gewöhnen.
Wer regelmäßig kleine Mengen isst, empfindet weniger Schmerz. Das Nervensystem passt sich an. Die Rezeptoren reagieren schwächer, das Gehirn bewertet die Reize anders.
Mit der Zeit wird aus „zu scharf“ ein „angenehm scharf“.
Aber Vorsicht: Wer pausiert, verliert. Die Toleranz lässt wieder nach – ähnlich wie bei einem Muskeltraining.
Viele greifen instinktiv zum Wasserglas. Leider bringt das meist gar nichts – Was wirklich hilft sehen Sie im Beitrag: den können Sie hier bis 06.07.2025 nachsehen
Unser Fazit
Schärfe ist ein faszinierendes Thema. Sie zeigt, wie eng Geschmack, Körpergefühl und Kultur zusammenhängen.
Sie fordert uns heraus – und belohnt uns mit intensiven Erlebnissen.
Wir freuen uns sehr, dass wir diese Expertise im ORF teilen durften.