Einmal pro Quartal stelle ich Euch eine Frage rund um Sensorik und Genuss. Diesmal ging es um den Geruch und um den Übergang in den Herbst.
Der Sommer war heiß und trocken. Umso schöner war der erste Morgen, an dem die Luft in Wien anders war: kühl, klar, sauber. Ein bisschen wie frisch gewaschene Wäsche.
Dieser Geruch war für mich der erste Hauch vom Herbst. Ein Aufatmen und die Vorfreude auf die nächste Jahreszeit. So kam ich auf die Frage: Welcher Geruch steht für Dich für den Herbstbeginn?
Das Ergebnis
Ganz vorne liegt feuchter Waldboden. Dicht dahinter folgen die erste Nebelluft und reife Äpfel & Fallobst, beide gleichauf. Frischer Traubenmost und Sturm bekamen nur eine Stimme. Das hat mich überrascht, gerade in Österreich.
Besonders gefreut habe ich mich über Eure eigenen Antworten:
Was dahintersteckt
Zwei der Top 3 haben etwas mit Feuchtigkeit zu tun, nämlich der Waldboden und der Nebel. Dazu passen viele Eurer eigenen Antworten: Regen, Morgenluft, kühle Luft.
Das ist kein Zufall. Nach dem Regen riecht der Boden erdig. Verantwortlich dafür ist vor allem Geosmin, ein Stoff, den Bodenbakterien bilden. Unsere Nase reagiert darauf extrem empfindlich, schon kleinste Mengen genügen.
Kühle Luft riecht dagegen oft „sauber“, weil bei niedrigen Temperaturen weniger Duftstoffe in die Luft gelangen. Die Luft wirkt klar, fast wie leer. Genau das habe ich an diesem ersten Herbstmorgen gerochen.
Und warum wecken Gerüche so starke Gefühle? Geruchseindrücke sind im Gehirn eng mit Erinnerung und Emotion verknüpft. Ein Duft kann Dich in Sekunden zurück in den Herbst Deiner Kindheit versetzen, zum Maronistand oder in den Wald beim Pilzesuchen.
Danke an alle, die mitgemacht haben! Die nächste Frage kommt im November.